| Das Tonfeld | ||
Das Tonfeld ist ein rechteckiger Kasten, der ebenmäßig mit weichem, gut formbarem Ton gefüllt ist. Der Klient/Die Klientin "arbeitet" mit geschlossenen Augen am Tonfeld. Das Wahrnehmen und Tun über die tastenden und formenden Hände steht im Mittelpunkt. Der Rahmen des begrenzten Tonfeldes zeigt den suchenden Händen zwar einerseits Grenzen auf, gleichzeitig bietet die Tonfläche jedoch freien Raum für die eigene kreative Entfaltung. Der formbare Ton lädt ein zu "Gehversuchen" und Erprobungen, er nimmt jede Berührung auf und gibt Raum für Ausdruck und Gestaltung sowie Rückbau und Neuausrichtung. Der Klient/Die Klientin wird in jeder Phase durch die Therapeutin aufmerksam begleitet, unterstützt und ermuntert. Durch die Arbeit am Tonfeld erfährt der Klient/die Klientin im unmittelbaren Erleben "Einblicke" in verdeckte, bisher noch nicht erschlossene Gefühls- und Denkschichten. |
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| Entwicklung und Veränderung
ist ein natürliches Bedürfnis des Menschen |
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Jede Entwicklung ist damit verbunden, einen bisherigen Standpunkt zu verlassen, also in Bewegung zu kommen und dadurch sich selbst, das eigene Leben neu auszurichten. In der Miniaturwelt des Tonfeldes wird die Möglichkeit geschaffen, Veränderungen über das Er-greifen und Be-greifen unmittelbar zu erleben. Entwicklungen und Veränderungen unseres realen Lebens können auf diese Weise spürbar und erlebbar gemacht werden. |
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| Unser Leben über das Tonfeld reflektieren | ||
Der Ton ist formbar und gestaltbar, wie es auch unser Leben ist. Die Menge des Tons ist begrenzt, wie im Leben die Zeit, die Möglichkeiten. Der Ton nimmt auf, wovon wir bewegt sind und spiegelt in gestalteter Form sehr eindrucksvoll und unverfälscht diese Bewegtheit zurück. Ein Lösen, das heißt Loslassen und Verändern entsprechend der eigenen Lebensbewegung wird dadurch erfahren. Die Lebensbewegungen bedeuten Wandlung. Der Gestaltungsprozess am Tonfeld ermöglicht, das eigene Wesen zu erfahren und zu entwickeln. Die über die Arbeit am Tonfeld erlebte Art und Weise des Be-Greifens wird individuell geformte Gestalt und rückt damit in die Wahrnehmung des Klienten/der Klientin. Auch gibt es immer wieder heilende Berührungen, die im Prozess ein Innehalten ermöglichen und zum Selbstheilungsprozess beitragen. Das “Berührtwerden” und das “Sich-selbst-berühren-lassen” werden vom Therapeuten bewusst unterstützt. Der Klient/ Die Klientin darf sich ganz seinen Bedürfnissen hingeben. Die "Arbeit am Tonfeld" ist eine Therapie- und Behandlungsform, die sich nicht allein mit Worten und Bildern beschreiben lässt - sie lebt von dem eigenen individuellen Spüren und Erleben in der Anwendung selbst. |
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| Arbeit am Tonfeld & Kunsttherapie | ||
Sehr sinnvoll kann die Arbeit am Tonfeld durch kunsttherapeutische Ausdruckformen (farbliche Bildgestaltung) ergänzt werden. Denn die bildliche Sichtbarmachung des am Tonfeld Erlebten führt zu einer zusätzlichen heilsamen Wirkung. Kunsttherapie ermöglicht den bildhalften Ausdruck von seelischem Geschehen. Solche “Bilder der Seele” gehen als Gestaltung über die konkrete Form hinaus und werden auf den Lebensalltag übertragen. Noch unbekannte Anteile der eigenen Persönlichkeit können in der Bildsprache ihren Ausdruck finden und, ähnlich wie in der Arbeit am Tonfeld, einen Zugang schaffen zu einer neuen Wahrnehmung vom Ich und von der Welt. In psychotherapeutischen Gesprächen wird auf die inneren Bilder zurückgegriffen. Dem Innen folgt ein Außen, dem Außen ein Innen. Kunsttherapie richtet die Aufmerksamkeit auch auf die gesunden Anteile im Menschen. Nicht Bekämpfung von Krankhaftem, sondern seine Umwandlung in eine Form der kreativen Äußerung ist der Weg. Sie unterstützt den Menschen, seine konkrete Lebenssituation anzunehmen. So kann Kreativität verstanden werden als eine innere Quelle, aus der wir jederzeit schöpfen können. |
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